[Kurzrezension] Ivor W. Hartmann (Hrsg.): AfroSF. Science Fiction by African Writers

Ich habe dieses Buch in einem Uni-Seminar kennengelernt. Es war eine spannende Stunde – wir beiden Studierenden interessierten und sehr für SciFi, kannten aber eigentlich nur die US-amerikanische Sicht auf diese Arten der Zukunft. Fachliteratur gab uns dann einen Blick auf die Bedeutung davon, die Zukunft aus anderen Perspektiven zu sehen und diese Perspektiven in den Blick zu rücken.

AfroSF versammelt Science-Fiction aus mehreren Ländern, von mehreren Autor*innen. Dabei wechselt der Schreibstil entsprechen, die Szenarien wechseln sich ab und bilden eine ziemliche Bandbreite von eher hoffnungsvollen Erzählungen von anderen Planeten zur Planung eines Nuklearkrieges auf der Erde. Aber eines haben sie gemeinsam: Neben der Imagination neuer Technologien, neuer gesellschaftlichen Interesse und Konflikte können gerade in Afro-SciFi, einem Genre, das auch Africanfuturism und andere bekanntere Richtungen umfasst, politische Verhältnisse in und für Afrika neu gedacht werden.

In den Geschichten geht es, wie in Kurzgeschichten üblich, um einzelne Konflikte. Doch darum herum existiert jedes Mal eine Welt, in der die Rollen der Weltpolitik anders verteilt sind. Was passiert, wenn die Weltmächte nicht länger europäisch oder „westlich“ sind? Wenn die Rollen der Entwicklungshilfe plötzlich anders herum verteilt sind?

Gerade diese Hintergründe machen das Buch zu einer sehr spannenden Lektüre. Und ganz nebenbei stolpert man über neue Autor*innen, die ein ganzes Werk zu bieten haben, das eben nicht in der Mainstream-Werbung landet.

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